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Amy

von Kevin vom 13.01.12, 19:30 Uhr

Bei uns im Arcade-Test

Hat man die Ankündigungen zu “Amy” gelesen, ist man zunächst verwundert. Ein vollausgestatteter Gruselschocker nach dem Vorbild von “Resident Evil”, “Silent Hill” und dergleichen, und dann noch zum Sparpreis von 800 Microsoft-Punkten - da muss doch ein Haken bei der Sache sein. Wir schauen uns das Spiel einfach mal genauer an - und sehen dann, ob der Titel sein Geld wert ist.
Screenshots zu Amy



 
An die Hand genommen

Die Story von “Amy” entwickelt sich recht langsam. Im Intro-Video wird man darüber aufgeklärt, dass eine gewisse Lana (die später die vom Spieler gesteuerte Protagonistin darstellt) die kleine Amy aus irgendeiner Anstalt entführt hat, um sie in Sicherheit zu bringen. Dass Amy kein gänzlich normales Kind ist, wird schnell offensichtlich, denn sie spricht nicht und scheint unter einer Art Autismus zu leiden. Schon kurz darauf zeichnet sie während einer Zugfahrt wilde Monsterbilder, der Zug entgleist und die Hölle bricht aus. Plötzlich findet man sich als Lana im entgleisten Zug wieder und muss das Mädchen finden - doch es gibt nicht nur zombieartige Geschöpfe, sondern auch eine seltsame Seuche, die auch vor der Protagonistin keinen Halt macht.

Auf in den Kampf

Das Spiel selbst läuft in recht klassischer Third-Person-Perspektive ab. Um weiterzukommen, gibt es diverse Puzzle- beziehungsweise Rätseleinlagen von beinahe fragwürdig niedrigem Schwierigkeitsgrad, dafür aber auch teilweise frustige Kämpfe mit den Zombiemonstern. Dabei wird aber stets darauf geachtet, dass der Spieler nicht zu viel falsch macht - beispielsweise kann man den Zug nicht verlassen, bevor man sich eine Waffe besorgt hat. Derlei Bevormundungen gehen leider nur selten gut - zumeist dann, wenn die Atmosphäre stimmt. Schauen wir uns diese doch etwas genauer an.

Mit Blick auf das Sichtbare

Optisch ist “Amy” für ein Arcade-Titel gar nicht so schlecht, auch wenn es sich kaum mit aktuellen Vollpreistiteln messen kann. Erschwert wird die erste Einschätzung aber durch technische Unzulänglichkeiten - wenn selbst Intro-Videos zu Ruckelorgien neigen, dann stimmt etwas mit der Umsetzung nicht, soviel ist klar.
In Sachen Akustik muss man sich auf eine englische Sprachausgabe von durchwachsener Qualität gefasst machen. Man hat nur selten den Eindruck, dass die Sprecher sich der Situation, in der sich die Figuren befinden, bewusst waren. Auch die deutsche Übersetzung, die man per Untertitel geliefert bekommt, ist stellenweise eher fehlerhaft.
Natürlich nimmt jeder Spieler die Atmosphäre eines Horror-Spiels anders war. Es gibt Leute, die nach dem geringsten Anflug eines Schockmoments die Hose wechseln müssen, und solche, die so hartgesotten sind, dass ihnen wirklich garnichts das Fürchten lehren kann. Im Allgemeinen schafft es “Amy” aber nicht, den durchschnittlichen Spieler heftig zu überraschen - hier hat man sehr viele Möglichkeiten verschenkt.

Noch mehr Ärgernisse

Soweit wäre das sicherlich noch zu verschmerzen - aber leider ist das nicht alles, was bei “Amy” schiefgelaufen ist. An vorderster Front - weil eben mit das Wichtigste an einem Spiel - ist hier die Steuerung zu nennen, die durchaus etwas Feintuning nötig hätte. Nicht nur, dass sich die Protagonistin eher schwammig durch die Lande bugsieren lässt, auch die Tastenkombinationen für so manche Tätigkeiten sind nicht immer ganz logisch und selbsterklärend.
Richtig ärgerlich wird es allerdings, wenn Lana das Zeitliche segnet - und das kommt nach einer Weile mit schöner Regelmässigkeit vor. Nicht nur, dass es nur alle Schaltjahre mal einen Checkpoint gibt, überdies verliert man auch jedes Mal sein gesamtes Hab und Gut, wenn man den Weg über den Jordan antritt. Auf diese Art und Weise kann es durchaus zu kaum lösbaren Situationen kommen.

Aus die Maus

Letztendlich hat man, das muss man zugeben, “Amy” ziemlich versaubeutelt. Zweifelsohne wäre das notwendige Potential vorhanden, aber die zahlreichen unstimmigen Kleinigkeiten ruinieren das Vorhandene beinahe völlig. Will man “Amy” dennoch durchspielen, muss man ziemlich frustresistent sein, und zwar nicht nur was den Schwierigkeitsgrad angeht. Glücklicherweise kann man die Testversion ausprobieren, so dass man nicht die Katze im Sack kaufen muss.


Fazit zu Amy
An und für sich ist “Amy” gut gemeint - ein Spiel nach dem Vorbild von “Resident Evil” und “Silent Hill” für kleines Geld. Auch ist die Optik durchaus gelungen, so dass man zunächst durchaus verzückt sein könnte. Doch schon nach kurzer Testphase stellt man fest, dass es zahlreiche Unzulänglichkeiten gibt, die einem den Spielspass gründlich versauen. Da ist die misslungene Steuerung noch das kleinste Problem - dass man aber nach jedem Tod sein komplettes Inventar verliert, lässt den Schwierigkeitsgrad auf ein japanisches Niveau ansteigen. Da ist Frustresistenz eine Grundvoraussetzung - aber egal wie günstig ein Spiel ist, darüber ärgern müssen will man sich bestimmt nicht.
 
Amy
  Typ: Neuerscheinung
  Erschienen: 11.01.2012
  Entwickler: VectorCell
  System: Xbox 360
  Spieler: 1
  Genre: Horror
  USK: USK 16
  Sprache: Englisch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Nein
  Preis: 800  MS Points
 
Bewertungen

 

  Spielspaß:
4/10
  Präsentation:
7/10
  Preis/Leistung:
7/10
  Gesamt: 6/10
 Userwertung: 
 
+
+ vergleichsweise viel Spiel fürs Geld
+ Grafik für Arcade-Verhältnisse recht gut...
-
- ...aber mitunter stark ruckelnd
- teilweise fiese Steuerung
- mässige Sprachausgabe mit schlechter Übersetzung
- macht es dem Spieler unnötig schwer
 
Screenshots zu Amy



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Kommentare zu Amy
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